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Auf der diesjährigen Mensch und Computer Konferenz bieten wir das Tutorial „Heuristiken für die Industrie 4.0 – Eine Heuristik-basierte Evaluationsmethode für soziotechnische Systeme anwenden lernen“ an

Heuristische Evaluationen IT-gestützter Systeme verfolgen das Ziel, mit begrenztem Aufwand gravierende Probleme möglichst schnell und früh zu erkennen, um sie rechtzeitig zu beheben. Heuristische Ansätze versprechen keine ‚100 Prozent Lösungen‘, sondern bieten eine durch Pragmatik geprägte Vorgehensweise.  Das wohl bekannteste Beispiel eines solchen Ansatzes sind Nielsen’s Heuristiken [1] zur Usability Evaluation von interaktiven Systemen. Allerdings bedürfen sie einer Erweiterung, wenn bei komplexen System, wie etwa im Rahmen von Industrie 4.0, eine ganzheitliche, soziotechnische Perspektive erforderlich ist. Am Lehrstuhl für Informations- und Technikmanagement der Ruhr-Universität Bochum wurde eine solche Erweiterung vorgenommen [2].

Im Rahmen eines halbtägigen Tutoriums möchten wir interessierten Teilnehmer/innen ein erweitertes Set an Heuristiken, welche nicht nur Usability, sondern die Güte einer soziotechnischen Integration betrachtet, vorstellen und sie dieses selbst praktisch anwenden lassen. Die Heuristiken sind öffentlich zugänglich und können im Anschluss an das Tutorium von den Teilnehmern/innen eingesetzt werden (z.B. in den Bereichen System- Design, Evaluation, Exploration oder Deskription).

[1] Nielsen, Jakob/Molich, Rolf (1990): „Heuristic evaluation of user interfaces“, in:  Proceedings of the SIGCHI conference on Human factors in computing systems, New York, USA: ACM, S. 249-256.

[2] https://hi4.iaw.ruhr-uni-bochum.de/#!/heuristics

 

Ablauf

  1. Motivation. Ein Fallbeispiel wird vorgestellt und demonstriert, weshalb HCI-Heuristiken zu kurz greifen.
  2. Heuristiken Praxis-orientiert kennenlernen. Die Teilnehmer/innen werden mit den Heuristiken vertraut gemacht und nutzen sie für die Kategorisierung von typischen Problemen verschiedener soziotechnischer Lösungen.
  3. Heuristik-basierte Systemexploration. Das Fallbeispiel wird durch die Teilnehmer/innen mithilfe der Heuristiken exploriert und Defizite im Design des Systems werden identifiziert.
  4. Reflexion.

 

Informationen über die Durchführenden

  • Prof. Dr. Thomas Herrmann leitet den Lehrstuhl Informations- und Technikmanagement am Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Seine Lehre und Forschung befasst sich mit der Anwendung einer ganzheitlichen soziotechnischen Perspektive bei der Entwicklung und beim Einsatz informationstechnischer Systeme sowie mit der Rolle des Menschen in vernetzten Systemen.
  • Dr. Jan Nierhoff ist Mitarbeiter am Lehrstuhl Informations- und Technikmanagement und arbeitet momentan in dem Forschungsprojekt Heuristik4.0 „Entwicklung intuitiver Heuristiken zur Bewertung und Reflexion digitalisierter Arbeitsbedingungen bei Industrie 4.0-Lösungen aus soziotechnischer Perspektive“

 

Zielgruppe

Die heuristische Systemanalyse richtet sich an Personen aus Industrie, Wissenschaft und Beratung, die das Interesse haben, Konzepte für soziotechnische Systeme ganzheitlich explorieren zu können. Insbesondere Personen, die grundlegende Erfahrungen mit HCI-Evaluationen haben und eine umfassendere Perspektive bei Analyse und Design ganzheitlicher Systemkonzeptionen verfolgen; im Speziellen bei Industrie 4.0 Lösungen, wie der Einführung von Predictive Maintenance oder Big Data getriebener Informations-Inferenz.

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